Die Tücken des Plakatierens - Ein Bericht von "Neu-Plakatierern"

Bärbel Spengler
Bärbel Spengler
Wahlkampfzeit bedeutet auch immer diverse Plakate an den Laternen, Schildern und anderen abenteuerlichen Befestigungsmöglichkeiten. Das Anbringen übernehmen meist Freiwillige aus den Parteien und Wählervereinigungen. Was man dabei erlebt, welche unbekannten Herausforderungen auf einen warten und wie auch die größten Hürden gemeistert werden, schildert hier Bärbel Spengler nach ihrer ersten Plakataktion. 

Gemeinsam mit Alexander Lerch habe ich, Bärbel Spengler, mich am letzten Sonntag auf den Weg gemacht, die uns zugeteilten Plakat in unserer schönen Stadt aufzuhängen.

Ein erstes Fazit vorab: Trocken war es, lustig war es auch und später - so nach 4 Stunden - wurde es auch kalt. 

Aber der Reihe nach: Los ging es mit dem Packen des Autos. Wenn man so kleine Dinger fährt, ist das gar nicht so einfach. Mit viel raus und rein und späterem umpacken außerhalb hat es dennoch geklappt. 

Die mittelgroße Leiter (5- oder 6- stufig), die wir mitgenommen haben, war eindeutig zu klein. Zusätzlich sank sie auch noch in den feucht-weichen Boden besonders in der Eberstädter Str. ein. So schnell hat man den ersten Lerneffekt!

Die größte anfängliche Schwierigkeit war, überhaupt einen geeigneten Platz zu finden. Es war schon alles vollplakatiert!!! Wir beide hatten nur die Erklärung, dass alle Anderen am Samstag unterwegs gewesen sein musste.

Eine irrige Vorstellung, die uns zum Lachen brachte: Viele Autos nacheinander am Straßenrand stehend, hunderte Menschen ausspuckend, bewaffnet mit Leiter, Plakaten und Kabelbindern. Ran an die Laterne, schnellstmögliche Befestigung, um als erster an der besten Laterne zu sein, die die Parteiwerbung für alle die vorbeifahren, am besten darstellt (Anm. des Admins: genau so sah das am Samstag aus, ich war Teil davon!).  

Und wir mussten uns am - eigentlich frühen - Sonntagmorgen mit den Resten zufriedengeben. 

Die Straßenlaternen haben aber auch so ihre unbekannten Tücken! Plakat unten zusammengebunden, hochgedrückt und siehe da: ein klitzekleines Schild, das als Anzeige für die Lage des nächsten Hydranten befestigt war, ließ uns scheitern. Also rauf auf die Leiter und oberhalb des Schildes alles zusammen radeln. Haben wir dreimal gemacht, dann sind uns die Finger vor Kälte abgefallen. Gott sei Dank hatte ich für alle Handschuhe dabei.

Bei der nächsten Laterne, holte uns die Unachtsamkeit ein. Ein Plakat richtig, das andere Plakat falsch herum aufgehängt. Also an gleicher Stelle eine Wiederholung der gleichen Aktion, doppelte Arbeit macht ja jeder gerne...

Dann kam eine Laterne - jungfräulich - ohne irgendwelches Beiwerk an der Säule. Plakate unten zusammen binden - schön ohne wackelige Leiter -  raufschieben, dann die Überraschung: geht nicht! Ein genauer Blick zeigt uns: wir haben die Leiter mit festgebunden.

Irgendwann kam aber auch bei uns Routine rein. Plakat um Plakat konnte befestigt werden und wir wurden immer stolzer auf unseren Beitrag zur Werbung für die Demokratie. 

Festgestellt haben wir in der Nachbetrachtung, dass das eine oder andere Plakat an der ein oder anderen Stelle nicht ganz einfach zu befestigen war. Wir haben unser Bestes gegeben, aber können nicht versprechen, dass alles perfekt ist. Kleine Beispiele ob der Schwierigkeiten, Herausforderungen und Gedanken, die wir uns im Nachgang gemacht haben, hier:
1. Am Warenkorb haben wir uns neben die Heike Hoffman gehängt. 
2. Gegenüber der alten SGD (Impfzentrum)  auf dem Parkplatz stehen nun schiedlich, freidlich ein Plakat die FDP und ein Plakat von uns direkt nebeneinander.
3. Gegenüber dem E-Werk ist es gar nicht so einfach, ein geeignetes Plätzchen zu finden. Den Herrn Schellhaas an der Regenrinne des Hauses haben wir erst später gesehen. Soll das ein Zeichen sein?

Die letzten Plakate (drei Stück) haben wir dann in der Mainstr. verbaut. Da waren schon welche, aber wir haben doch noch ein Plätzchen gefunden. Ich glaube, dass das jeder Plakatierer kennt: das schöne Gefühl, wenn das Auto leer ist und man weiß, dass sich die Mühen gelohnt haben!

Fazit dieser Aktion:

  • wir müssen früher anfangen
  • wir fordern Wahlen nur noch im Sommer
  • wir brauchen eine andere Leiter (so was zum Zusammenschieben, damit es auch in kleine Autos passt)
  • ein Fotoapparat muss nicht sein, man muss auch nicht alles dokumentieren

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