Pfungstadt im wirtschaftlichen Tabellenkeller

In der aktuellen Studie der IHK (s. Darmstädter Echo vom 05.12.20) wird die Wirtschaftsfreundlichkeit der südhessischen Mittelzentren untersucht. Im Vergleich unter 16 südhessischen Städten nimmt Pfungstadt leider nur den 13. Platz ein und steht damit fast auf einem Abstiegsplatz. Ganz anders unsere direkten Nachbarstädte Weiterstadt auf einem Spitzenplatz (Platz 3) und Griesheim im gesicherten Mittelfeld (Platz 8). Die ersten beiden Plätze werden von Bensheim und Heppenheim belegt.

Der schlechte Tabellenplatz in einer Studie zwischen vergleichbaren Mittelstädten muss zu denken geben. Mit diesem Ergebnis wird Pfungstadt von externer Seite schwarz auf weiß bescheinigt, eines der wichtigsten städtischen Themen links liegen zu lassen. Ein besonders erschreckendes Zeugnis wird dabei wieder einmal Bürgermeister Koch (SPD) ausgestellt. „Wirtschaftsförderung muss Chefsache sein“ und „Wo Bürgermeister das Thema in ihren Herzen tragen, sind die Ergebnisse besser“, stellt nämlich der Darmstädter IHK-Präsident Matthias Martiné fest.

Was kann Pfungstadt also tun, um einen besseren Tabellenplatz bei der Frage der eigenen Wirtschaftskraft zu erreichen? Der im Sport übliche Weg, den Trainer auszutauschen, ist hier nicht möglich, da dieser einen langfristigen Vertrag ohne Kündigungsrecht besitzt. Es bleibt uns also nur der Weg, an einer Verbesserung der Strukturen zu arbeiten.

Den ersten Schritt dazu kann der Wähler bei der Kommunalwahl am 14. März 2021 machen. Hoffentlich ergeben sich dann stabile Mehrheiten mit einem klaren Plan, damit die Stadtverordneten als „Aufsichtsrat“ den operativen Betrieb des Bürgermeisters anregen, begleiten und kontrollieren können. Die CDU Pfungstadt steht für genau diesen Weg!

Der zweite Schritt ist die Stärkung unserer Mannschaft im Wettbewerb. Dazu zählen unter anderem die SEG (Stadt-Entwicklungs-Gesellschaft) und unsere Stadtverwaltung. Bei der SEG hilft wohl nur eine grundlegende Neuaufstellung und Professionalisierung in der Arbeitsweise und der hauptamtlichen Geschäftsführung. Währenddessen ist für die Stadtverwaltung eine verstärkte Qualifizierung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen angesagt. Konkret bedeutet dies, endlich moderne, digitale Arbeitsweisen einzuführen und zu fördern sowie neue Büros für flexible Arbeitsformen bereitzustellen. Dazu muss die Serviceorientierung der Verwaltung beispielsweise durch Online-Zugänge, verbesserte Öffnungszeiten und barrierefreie Gebäude nachhaltig gestärkt werden.

Erfolgreiche Wirtschaftsförderung hat viel mit Image und Kundenorientierung zu tun. Während sich in den letzten Jahrzenten Weiterstadt als Handels- und Gewerbe-standort und Griesheim als Wohnstandort profiliert haben, dümpelt Pfungstadt konzeptlos (Rückgang der Arbeitsplätze um ca. 14% (!)) vor sich hin. An manchen Stellen scheint in unserer Stadt nicht klar zu sein, wer Kunde und wer Dienstleister ist. Auf jeden Fall sehen sich Investoren als scheue Spezies, die man kompetent und zuvorkommend an die Hand nehmen muss und die für sich und ihre Mitarbeiter ein attraktives Umfeld erwarten.


Wir wünschen uns für unsere Mannschaft eine Systemumstellung und eine neue Strategie, damit in Zukunft ein besserer Tabellenplatz möglich wird.

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